Der Hülser Hof der Familie Schröder

Neue Legendenschilder informieren über „Oelmüllers Feld“

MARL. Die Marler Bürgerstiftung erklärte jetzt in Hüls die Namensherkunft des Straßennamens „Oelmüllers Feld“. Dabei hat der Name eigentlich etwas mit einer Familie Schröder zu tun.

Im ehemaligen Neubaugebiet Loekamptor südlich des Gymnasiums in Hüls wurden die Straßennamen nach lokalen Flurnamen und Besonderheiten gewählt. Besonders fällt der Name der Straße „Oelmüllers Feld“ auf, der nun mit gleich mehreren Legendenschildern ausgestattet wurde.

Historiker Matthias Pothmann hat alte Flurkarten und Lagebücher durchforstet und ist zu einer Antwort gekommen: „Der Name stammt vom alten ehemaligen Hof „Oelmüller“ ab. Der Name des Hofes reicht voraussichtlich bis ins Mittelalter zurück, als viele heutige Haus- und Familiennamen entstanden. Oelmüller (oder Ölmüller) wurden diejenigen genannt, die eine Mühle betrieben, auf der beispielsweise Raps oder Leinsamen gemahlen wurde. Durch das mahlen, manchmal auch schlagen genannt, gewann man Öl beispielsweise als Pflanzenöl für Nahrungsmittel.“

In früheren Zeiten war es üblich, dass bei einer Einheirat eines Mannes in eine Hoffamilie der Mann seinen Familiennamen abgeben oder dem Hofnamen nachstellen musste. Besonders in Westfalen war es ausgeprägt, dass dadurch die Hofnamen über Generationen erhalten blieben, so Pothmann weiter. „Als später dann zwei Brüder, die Landwirte Johann-Heinrich und Josef Schröder, in den Hof Oelmüller einheirateten, behielten sie zwar ihren Familiennamen, wurde jedoch weiter Oelmüller genannt. Die Bequemlichkeit des Volksmundes hielt schlichtweg am alten Hofnamen fest.“

Brigitte Kluth, stellv. Vorsitzende der Stiftung, stellte bei der Enthüllung mit Anwohnern fest: „Ähnliches kennen wir auch heute noch. Viele Marler erzählen noch vom Schräder-Haus in Hüls oder Tüshaus in Alt-Marl.“

Die Marler Bürgerstiftung stattet seit 2017 lokale Straßennamen mit Legendenschildern aus und sucht nach Spendern, die die Kosten von etwa 70 Euro für eine Zusatztafel übernehmen möchten. Zudem sind alle Unternehmer und Marler aufgerufen eine Stiftungspatenschaft zu übernehmen, um die ehrenamtliche Arbeit der Bürgerstiftung verlässlich zu unterstützen.

Nach oben scrollen